Reiseberichte für Deutschland und mehr…

Berichte

Deutschland Reiseberichte aus

Brandenburg, Mecklenburg Vorpommern, Odenwald, Oberschwaben, Thüringen, Kurpfalz, Schwarzwald, Bayern

 

Wie meine Tante zum Film gekommen ist

Wie meine Tante zum Film gekommen ist Aus Larsi`s Nähkästchen Also meine Tante ist beim Film. Nicht, dass Sie jetzt denken: Meine Tante spielt im Tonfilm die Trompete. Ne, die macht was Seriöses. Die kann ihnen auf Heller und Pfennig erzählen, was z.B. Walter Plathe als „Landarzt” verdient hat. Tut sie aber nicht! Da muss sie schriftlich ihr Ehrenwort an jeden Filmproduzenten geben bei dem sie arbeitet. Sonst isse weg vom Set, auch wenn se noch so schön mit Zahlen jonglieren kann. Filmgeschäftsführerin, das ist der Titel meiner Tante auf der Stabliste*. Hört sich bombastisch an, nennt sich im wirklichen Leben Finanz- und Lohnbuchhalterin. Und Lohn gibt's beim Film auch nicht, das heisst da Gage. Die Schauspieler werden nach Drehtagen bezahlt, kriegen also eine Tagesgage, und meine Tante wundert sich oft, wenn die nicht Walter Plathe oder Manfred Krug heissen, wie die bei zehn Drehtagen im Jahr überhaupt über die Runden kommen. Landen alle ganz schnell bei Hartz IV. Meine Tante ist zum Film gekommen wie Maria zum Kinde. Filmverrückt war sie schon immer. Mit fünf Jahren das erste Mal im Kino: „Attila, der Hunnenkönig” ...
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Schwarzwald – Badische Weinstraße

60 Jahre Badische Weinstraße 1954 - 2014 Von sagenhaften Frauenzimmern zu Vierteleschlotzern und «Geprannt Weyn» Badische Weinstraße In der Vorbergzone des Schwarzwaldes schlängelt sich eine Genussroute durch bezaubernde Fachwerkgemeinden, lauschige Winzerdörfer und Weiler. Rechts und links gesäumt durch mehr oder minder steile Weinberge, Anbaugebiet für einige der besten Weine Deutschlands. Zum 60. Geburtstag im Mai erwacht diese Traumstraße des Weines aus ihrem Dornröschenschlaf und ruft ihren älteren Geschwistern im Elsass und der Pfalz zu: «Ich komme! Und ich wachse!» Die rund 200 km, die sich von Baden-Baden nach Weil am Rhein um Kaiserstuhl und Tuniberg winden, werden auf rund 500 km verlängert und führen durch den Kraichgau, über Karlsruhe und Heidelberg bis in die Badische Bergstraße. Allein im Monat Mai sind mehr als 150 Aktionen geplant. Die Auswahl ist beindruckend. Kein Topf, der nicht den passenden Deckel findet. Fündig wird man im neuen Internetauftritt unter www.badische-weinstrasse.de Zahlreiche Gemeinden, Winzergenossenschaften und Weingüter gratulieren und bitten in ihre Winzerkeller. Kundige Weinguides begleiten auf Weinwanderungen. Weinfeste, Hoffeste und gemütliche Hocks laden zum Feiern ein. Als Hock bezeichnet man im alemannischen Sprach- und Kulturraum das Zusammensitzen bei Speis' und ...
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Baden-Württemberg – Fasnet

Glückselige Fasnet! Narrensprünge durch Oberschwaben Berliner können keinen Karneval und schwäbisch-alemannische Fasnet schon gar nicht. Fliesst jedoch ein Tropfen katholisches Blut vom süddeutschen Großvater durch die Adern, zieht's die Enkelin zur fünften Jahreszeit nach Oberschwaben. Glückselige Fasnet, Martin Luther hat das närrische Treiben als Werk des Teufels und katholischen Sittenverfall verdammt. Ach, arme Protestanten! Was versäumt ihr, Jahr um Jahr! Schon im 15. Jahrhundert schrieb Geiler vom Kaysersberg: «Jetzt ist die Fasnacht, eine Zeit zum Fröhlichsein. Gleich hernach folget die traurige Fasten. Die christliche catholische Kirche erlaubet ein ehrliche recreation und Wollustbarkeit, damit ihre geistlichen Kinder desto williger seyn, die heilige Fasten zu halten.» Also Zuckerbrot und Peitsche. Aber welcher Narr denkt  während der sechs «fetten» Tage noch an die anschliessende 40-tägige Fastenzeit. Fasnet feiern heisst ausbrechen aus dem Alltag, Schranken aufheben, unter der Maske das wahre Gesicht zeigen, die Ordnung auf den Kopf stellen; aber auch alte Traditionen und das Brauchtum pflegen. 1525 wird die Fasnet zum ersten Mal in den Akten des Reichsklosters in Weingarten erwähnt und die Narrenzunft in Bad Saulgau ist stolz auf eine Chronik aus dem Jahr 1355. Die schwäbisch-alemannische ...
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Brandenburg – Himmlisches Theater

Himmlische Theater, rauschender Bach und eine kleine Prise Hölle Blitzeblauer Himmel, bauschige Wölkchen und eine Sonne, die dem Nasenrücken den ersten Sonnenbrand beschert, so man nicht mit Einreibung der Stärke 50 vorgesorgt hat. Neuzelle wir kommen! Leichtes Erschrecken, als der Zug am Bahnhof Neuzelle hält. Ein leeres Bahnhofsgebäude grüßt mit blinden Fensterscheiben. Eine Busverbindung zum Kloster Neuzelle besteht nicht. „Zu wenig Bedarf. Es rechnet sich nicht!“ Für 1,5 km befinden wir uns in der Hölle. Knapp zwanzig Minuten quälen wir uns über die Bahnhofstraße, die gleichzeitig ein Stück der die Stadt durchquerenden B 112 ist. Auf der schmalen, kurvigen Straße rauschen Lastwagen und Pkws dicht an dicht an uns vorbei. Ein Höllenlärm und extrem gefährlich. Für die Anrainer der Straße unzumutbar. Forderungen nach dem Bau einer Umgehungsstraße hängen an den Zäunen. Wann wird sie gebaut? Die Planungen sprechen von sieben bis zehn Jahren! Im stillgelegten Bahnhofsgebäude ist ein Seniorenheim geplant. Erträglich ist der Aufenthalt sicher nur für völlig taube Menschen. Nun genug der Schelte. Das Kloster empfängt uns mit himmlischer Ruhe. Eine der wenigen vollständig erhaltenen Klosteranlagen Deutschlands und Europas liegt, auf das Schönste restauriert, ...
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Schwarzwald – Heimat – Künstler zum Thema Heimat

Heimat Schwarzwald Hängt bei Ihnen schon ein Stefan Strumbel über dem Sofa? Verstaubt vielleicht auf Opas Dachboden ein Gemälde von Wilhelm Hasemann oder Curt Liebich? Alle drei Künstler setzen sich in ihren Werken mit dem Begriff Heimat auseinander. Stefan Strumbel, geboren 1979 in Offenburg, begann seine Karriere als jugendlicher Graffiti Künstler und verschönte die doch eher tristen Wagen der Deutschen Bahn mit seinen Bildern. Künstlerischen Spürsinn sagt man der DB nicht nach, so wurden die Züge schnöde gereinigt. Inzwischen hängen Strumbels Originale, die heute mit ca. 95.000,00 € gehandelt werden, bei Karl Lagerfeld und Hubert Burda über dem Sofa. Stefan Strumbel karikiert den Begriff Heimat in seinen Werken und verfremdet die heiligen Symbole des Schwarzwaldes: die Kuckucksuhr, das Schwarzwaldmädel mit dem Bollenhut und die Schwarzwälder Kirschtorte . Das Mädele maskiert sich mit einem Palästinenserhut und greift zum Gewehr. Aus der Kuckucksuhr springt ein Totenkopf und gemahnt daran, wie schnell die Lebenszeit abläuft. Oder der Kuckuck wird durch einen Schweinekopf mit einer Handgranate im Maul ersetzt. Verletzen möchte Strumbel mit seiner Kunst niemanden, schwingt doch immer auch seine Liebe zur Heimat mit. Nach eigener Aussage sind ...
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Wittelsbacher Burgenstraße – traditionsreichste und bekannteste Ferienstraße

Burgenstraße -  1200 km  Ferienstraße von Mannheim bis zum Prager Hradschin  Die Wittelsbacher an der Burgenstraße - Raubritter, Kurfürsten, Könige Wer schon als Kind den Wunsch verspürte, Prinzessin zu werden oder als Rittersmann dem Nachbarjungen das Holzschwert auf den Kopf zu hauen - es mit der Einheirat ins englische Königshaus aber nicht geklappt hat - der besuche die vor 59 Jahren gegründete Burgenstraße. Eine der traditionsreichsten und bekanntesten Ferienstraßen, die einzige deutsche Touristikroute in West-Ost-Richtung, führt auf 1.200 Kilometern vom Mannheimer Barockschloss bis zum Prager Hradschin. Für Romantiker und ehemalige kleine Prinzessinnen und Ritter ist diese Straße ein Muss. Sie schlängelt sich vorbei an mehr als 90 trutzigen Burgen auf steilen Felsen, Märchenschlössern in Barockresidenzen und verfallenen Burgruinen über sanften Weinbergen. Sie führt durch geschichtsträchtige Städte wie Heidelberg und Heilbronn, Nürnberg, Coburg, Bamberg und Bayreuth. Es folgt eine kleine Anregung für Stationen ihrer Reise: Schwetzingen, das «Pfälzische Versailles». Die Sommerresidenz der Kurfürsten hatte ihre Blütezeit unter dem Liebhaber der Musen, dem Kurfürsten Carl Theodor, der 1752 das bis heute bespielte Rokokotheater erbauen liess. Der siebenjährige Mozart spielte viermal vor dem Kurfürsten und erhielt als Dank eine ...
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Dresden – Der schönste Milchladen der Welt

Dresden Neustadt In der Dresdner Neustadt, etwas abseits der Touristenströme, liegt ein einzigartiges Kleinod,«Der schönste Milchladen der Welt». Vom Hotel in der Grossen Meissner Straße fahren wir mit der Linie 8 vom Halt Neustädter Markt bis zum Albertplatz, steigen dort in den Busersatzverkehr EV11 und fahren bis zur Haltestelle Bautzner/ Rothenburgerstraße. Die «Elektrische» Nr. 11 bleibt zur Zeit im Depot. Die Bautzener Straße ist eine riesige Baustelle. Über Sandhügel vorbei an riesigen Baggern wandern wir zur Bautzener Straße Nr. 79. Wir öffnen die Tür und tauchen ein in eine Märchenwelt. Ein angenehmer Duft umfängt uns. Ja, angenehm, Käse kann in dieser zauberhaften Umgebung nicht «stinken», Jugendstil 247 Quadratmeter handgemalter, farbiger Fliesen von Villeroy und Boch bedecken Wände, Fußboden und Decke des märchenhaft schönen Ladens. Auf ihnen tummeln sich spielende Kinder. Schmetterlinge umtänzeln Ranken und Blüten. Dazwischen hüpfen Hasen, Vögel und Kätzchen. Weidende Kühe werden von Schäfern und Hunden bewacht. Eine holländische Mühle steht am Meer. Man entdeckt Putten mit Milchkannen und Messzylindern. Fleißige Knaben erklären an technischem Gerät die Milchherstellung. Wappenabbildungen aus England und Amerika erzählen von Lieferungen der «Kondensierten Milch» in alle Welt. Für die ...
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Bad Frankenhausen – Es ist die Rede vom schiefen Turm der Oberkirche

Fahr'n se nich nach Pisa ... Haben sie in Physik aufgepasst? Dann wissen sie wann 2.800 Tonnen, die nicht mehr im Lot stehen, umfallen? Die Einwohner von Bad Frankenhausen, knapp 9000 Seelen, wissen es nicht. Es ist die Rede vom schiefen Turm der Oberkirche, genauer der Kirche «Unser lieben Frauen am Berge», in Bad Frankenhausen am Kyffhäuser. 1382 wurde der Bau der gotischen Basilika vollendet. Hatte sich der Baumeister Friedrich Halle bei der Statik verrechnet oder tragen die romanischen Fundamente den 56 Meter hohen Turm nicht mehr? Information gibt mir eine Tafel an der Kirche: 258 (Zweihundertachtundfünfzig) Jahre bis zum Jahr 1640 stand der lange Kerl kerzengerade. Feuersbrünste, Stürme, Not und Hunger liessen ihn nicht wanken. Im Jahr 1525 läuteten seine Glocken den Aufstand der Bauern ein. Unter ihrem Anführer, dem Theologen Thomas Müntzer, wurden sie in der Schlacht am Schlachtberg vernichtend geschlagen. 6000 Bauern liessen ihr Leben für Recht und Freiheit. Der Weg auf den Schlachtberg, die «Blutrinne» erinnert heute noch an das Gemetzel. 1692 wurde die Kirche wegen Baufälligkeit geschlossen. 1727 dann wieder eingeweiht. 1756 im Siebenjährigen Krieg geplündert. 1759 verbrannte bei einem ...
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Schwäbische Alb – Braukunst „Ein Trunk mit rauschender Wirkung“

Bierkultur und Klosterbau auf der Schwäbischen Alb Im Jahr 2014 brauten in Deutschland 1.362 Braustätten rund 5.000 verschiedene Biersorten. Baden-Württemberg, eher für seine Winzer und guten Wein bekannt, liegt mit 189 Brauereien an zweiter Stelle hinter Bayern. Auf der Schwäbischen Alb, dieser wunderschönen Naturlandschaft, ?ndet man sie noch, die kleinen, feinen Brauereien. Schon seit Generationen in Familienbesitz, halten sie die Brautradition der Benediktiner- und Franziskanermönche hoch. Brauer, die ihren Bieren Zeit zum Reifen lassen, deren Biere ein Mindeshaltbarkeitsdatum haben, die kreativ mit den verschiedensten Hopfensorten und Malzen experimentieren und deren wunderbare Erzeugnisse sich wohltuend von dem Einheitsgebräu der Multibrauereien unterscheiden. Der einzige Wermutstropfen: die Köstlichkeiten dieser Brauereien gibt es nur in der Region. 1466 wird die Berg Brauerei das erste mal urkundlich erwähnt. Seit 1757 braut, bäckt und kocht dort die Familie Zimmermann. Nunmehr in der 9. Generation braut Diplombraumeister Uli Zimmermann mit Liebe und Leidenschaft seine Biere. Untergärige Biere reifen kalt in der Zwei-Tank-Reifung. Bei der offenen Obergärung wird der Gärschaum mit seinen Gerbstoffen und anschließend die Hefe mit dem großen Sieblöffel abgehoben. Techniken, die längst vergessen waren. Fünf verschiedene Hopfen und acht verschiedene ...
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